CMD – Was bedeutet das?

CMD ist eine Abkürzung des Begriffs Craniomandibuläre Dysfunktion. Beschrieben wird hiermit eine Fehlstellung der Kiefergelenke. Dabei sind die Zähne nicht mehr richtig miteinander verzahnt was weitere Beschwerden nach sich zieht. Eine CMD bewirkt nicht nur Kiefergelenksschmerzen oder Kauprobleme. Eine CMD kann auch Zähneknirschen (Bruxismus), Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Nacken- und Rückenschmerzen, Schwindelgefühle und in besonders gravierenden Fällen sogar Tinnitus hervorrufen. Denn die Kiefergelenksmuskulatur ist eng mit der Schädel- und Rückenmuskulatur verbunden. Eine CMD kann daher den gesamten Haltungsapparat negativ beeinflussen.

Die herkömmliche Aufbiss-Schiene…

Gehört oder gelesen hat man von dem Begriff „Aufbiss-Schiene“. Die klassische  „Aufbissschiene“ dient allerdings lediglich zum Schutz der Zähne vor Abnutzung durch Zähneknirschen (Bruxismus). Sie wird in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Sie hat aber keine funktionsdiagnostische Programmierung und löst zumeist nicht das CMD Problem.

…und die „Zentrikschiene“

Die speziellen und aufwändigen Arbeitsschritte und Diagnoseverfahren der CMD Therapie finden sich in der CMD/ Zentrikschiene wieder. Hierbei wird der Biss in die Zentrik (Nullposition) geführt. Zahnarzt Christian Bärenklau führt die Zentrikschiene als wichtigen Bestandteil der CMD Therapie an. Eine Zentrikschiene lindert einerseits Beschwerden im Kieferbereich. Zum anderen korrigiert sie aber auch das Zusammenspiel von Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Die Zentrikschiene sorgt dafür, dass Ober- und Unterkiefer wieder physiologisch aufeinandertreffen und in der sogenannten entspannten Null-Position verweilen, was für die Beseitigung der CMD unabdingbar ist.

Was bewirkt nun eine solche Zentrikschiene? Ziel ist es, wieder eine natürliche Okklusion (das Schließen von Ober- und Unterkiefer) herzustellen. Die Zentrikschiene kann zudem dabei helfen, Kauprobleme zu reduzieren, die vorher evtl. vorhanden waren. Sofortige Linderung verschafft die Zentrikschiene aber auch bei Knirschern (Bruxismus): Die Zentrikschiene vermeidet eine weitere irreversible Abnutzung der Zahnsubstanz, die durch das Reiben und Pressen der Zähne zwangsläufig entsteht. Es werden also mit Hilfe der Schiene auch Schäden an Zähnen, Kiefergelenk und Muskulatur vorgebeugt. Ziel ist es, dass die Kiefergelenksposition wieder physiologisch wird und die Kaumuskulatur entspannt. Dies kann nur in der sogenannte (neutralen) Null-Position erfolgen. Die vorherige Zwangsposition, die durch die CMD entstanden war, wird gelöst. Es entwickeln sich wieder neue, natürliche Bewegungsmuster des Kiefers. Mit der Schienentherapie beginnt die eigentliche Behandlung. Zug um Zug geben die Muskeln nach und die Zentrikschiene muss zeitnah an die neue entspannte Position der Kiefer angepasst werden. Dies wird durch ein gezieltes Einschleifen und Justieren der Schiene erzielt, dabei gibt die Kaumuskulatur die Häufigkeit und den Umfang der Nacharbeitung vor. Erst wenn der Biss stabil ist, kann mit evtl. notwendigen weiteren Behandlungsschritten fortgefahren werden.

Die Zentrikschiene: So trage ich sie

Man muss sich die Zentrikschiene ein bisschen wie eine herausnehmbare Zahnspange vorstellen. Zwar gibt es auch weiches Material für eine solche Schiene- für eine solche Schiene wird jedoch hartes Kunststoffmaterial bevorzugt. Nur mit hartem Material kann langfristig eine Korrektur der Kiefergelenksfehlstellung bewirkt werden. Eine weiche Schiene würde dem Druck der Zähne nicht standhalten können. Aber keine Sorge: Die Zentrikschiene ist, obwohl von der Konsistenz eher härter, recht komfortabel zu tragen. Gewöhnlich spüren die Patienten nichts davon.

Die Zentrikschiene ist farblos und transparent. Sie wird meistens im Unterkiefer eingesetzt, in manchen Fällen aber auch im Oberkiefer. Sie wird individuell je nach Fall gefertigt. Maßgeblich bei der Anfertigung sind natürlich die Beschwerden des Patienten und das Behandlungsziel.

Die Tragedauer variiert individuell nach Fall und Schwere der CMD. Bei Zähneknirschern ist die Schiene vor allem nachts wichtig, da hier das Knirschen und Pressen stattfindet. Oft sollte anfangs die CMD Schiene den ganzen Tag über und nachts getragen werden, um erfolgreich wirken zu können. Je nach Belastung hält eine solche Schiene zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren – abhängig davon, ob es sich um schweren Bruxismus mit hoher Belastung handelt oder die Zentrikschiene weniger in Anspruch genommen wird.

Die richtige Pflege der Zentrikschiene

Vergleichbar einer Zahnspange sollte auch die Zentrikschiene sorgfältig gepflegt werden. Nach jeder Mahlzeit sollten Zahnbürste und eine möglichst milde Zahnpasta zur Hand genommen werden und wirken können. Wird die Zentrikschiene nicht getragen ist es ratsam, sie in eine auffällige Box zu geben, etwa eine Zahnspangenbox – und sie möglichst immer an derselben Stelle zu deponieren. So verlegt man die durchsichtige Schiene nicht so leicht und findet sie rasch wieder.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Zentrikschiene?

Die Fertigung einer einfachen „Aufbissschiene“ zum Schutz der Zähne vor Abnutzung durch Zähneknirschen (Bruxismus) wird in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Die speziellen und aufwändigen Arbeitsschritte und Diagnoseverfahren der CMD Therapie werden meist nicht von der Krankenkasse bezahlt. Jedoch gibt es Zusatzversicherungen, die die Kosten für eine CMD-Behandlung zumindest teilweise übernehmen. Wir beraten Sie hierzu gerne in einem persönlichen Gespräch.