Über die Ursache, die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), wurde bereits an anderer Stelle ausgeführt, dass bei einer CMD -sehr vereinfacht gesagt- Ober- und Unterkiefer beim Kauen in einer nicht idealen Position aufeinandertreffen. Infolge dieser Fehlfunktion, so schreibt es der CMD-Dachverband, „kann es  zu Störungen und Schmerzen kommen, denn beim Zubeißen und Schlucken wird der Unterkiefer in  eine Fehlposition „gezwängt“ oder versucht auszuweichen.“ So kommt es, dass ganze Muskelgruppen, Teile der Kiefergelenke und des Bindegewebes auf „unnatürliche“ Art und Weise dauerhaft überlastet werden. Die Folge sind Symptome, die so vielfältig sein können, dass man zunächst einmal nicht auf eine CMD schließen mag.

Tinnitus: Ursache oft CMD

Der CMD-Dachverband hält beispielsweise verblüffende Fakten im Hinblick auf Tinnituspatienten bereit. Bei knapp einem Drittel aller unter diesem krankhaften „Ohrensausen“ leidenden Patienten ist eine wie auch immer verursachte Rückverlagerung des Unterkiefers alleinige Ursache der Beschwerden – ein Phänomen, das sich als „Rückbiss“ bezeichnen lässt und das dazu führt, dass der Kopf und die Halswirbelsäule durch eine geänderte Haltung versuchen, diese Dysfunktion auszugleichen und durch die muskuläre Anspannung den Tinnitus verursachen. Eine solche Blockade der Kopfgelenke kann aber auch, durch die angeschlossenen Nerven- und Muskelbahnen, Störungen wie Schulter-Arm-Syndrome, Ischias- oder Kniebeschwerden verursachen. Letztgenanntes wäre etwas als Folge einer Blockade im Beckenbereich, die durch die Fehlhaltung des Kopfs verursacht wird.

CMD: Ursachen schaukeln sich auf

Oft wird über Jahre nach den Ursachen für Schmerzen in den Gesichts- und Kaumuskeln, für Verspannungen, Migräneanfälle, Sehstörungen oder gar Schwindel gesucht. In schlimmen Fällen wandern Betroffene von einem Allgemeinmediziner, Osteopathen oder Orthopäden zum nächsten – ohne jemals Besserung zu erfahren. Über viele Jahre hinweg lässt man in Einzelmaßnahmen diesen oder jenen Schmerz zeitweilig kurieren – ohne das große Ganze in den Blick zu bekommen. Wer ahnt schon, dass auch unpassende zahnärztliche Restaurationen wie Kronen, Brücken, Zahnersatz oder altersbedingt abgenutzte oder nach Zahnverlust verkürzte Zahnreihen eine CMD verursachen können? Und wer würde sich trauen, als Ursache für nächtliche Atemstörungen und Schnarchen oder für unerklärliche Sehstörungen eine Craniomandibuläre Dysfunktion zu diagnostizieren? Oftmals kommt es hier zum Zusammenwirken mehrerer Einzelfaktoren – so dass sich die Beschwerden und das allgemeine Unwohlsein im Laufe der Zeit eher verstärken als abnehmen. Dies zeigt dass es sehr ratsam ist, bei unerklärlichen Symptomen wie den oben genannten eine Untersuchung der individuellen Bisslage anzustreben.

CMD: Auch psychische Symptome

Wandernde Zähne, splitternder Zahnschmelz oder unerklärlicher Knochenschwund können weitere Symptome für eine CMD sein. Wussten Sie, dass chronischer Stress und Anspannung auch eine erhöhte Aktivität der Kau- und Kopfmuskulatur auslöst? Vor allem nachts im Schlaf, also in einem originären Entspannungszustand, verarbeitet der Mensch die Stress-Situationen des Tages. Das kann zu gelegentlichem oder häufigen Zähneknirschen -dem sogenannten Bruxismus– führen. Da die Muskulatur dabei sehr stark beansprucht wird wacht man morgens oftmals mit Verspannungen auf – ein wichtiges Indiz für eine CMD.

Symptome im Kopfbereich:

  • Ohr-Rauschen (Tinnitus)
  • Ohrenschmerzen
  • Druckbeschwerden Augenhöhlen
  • Empfindlichkeit gegen helles Licht
  • Augenflimmern
  • vorübergehende Seh-Beeinträchtigungen
  • Kopfschmerzen
  • Verspannung im Nacken
  • ziehende Schmerzen in Nacken und Schultern
  • Unerklärliche Schmerzen in Gesichtspartien
  • Druckgefühle im Schädelbereich

Zähne, Kiefer und Hals:

  • Pressen der Zähne
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Verlust von Zahnschmelz (oft bedingt durch Bruxismus)
  • Zähne passen sichtbar/fühlbar nicht aufeinander
  • Zahnfleischrückgang
  • Zahnschmerzen oder empfindliche Zahnhälse
  • Schwierigkeiten beim Kauen
  • Zahnlockerungen/Zahnwanderungen (Zahnverlust)
  • Mund lässt sich nicht richtig öffnen
  • Kieferknacken
  • Kiefersperre
  • Unterkiefer rutscht beim Zubeißen zur Seite
  • Einseitiger Zahnkontakt
  • Kiefergelenkschmerzen (womöglich nicht lokalisierbar)
  • Beim Zubeißen haben nur Frontzähne Kontakt
  • Kauen ist nur auf einer Seite möglich
  • Undefinierbare/nicht lokalisierbare Beschwerden in der Kieferhöhle

Körper und Wohlbefinden

  • Rückenschmerzen
  • Bandscheibenbeschwerden
  • Blockierung der Halswirbelsäule oder der Kreuzdarmbeingelenke
  • Blockaden in der Wirbelsäule
  • Probleme und Schmerzen im Bereich Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Wirbelsäulenkrümmung
  • Beckenschiefstand
  • Unterschiedliche Beinlängen
  • Schmerzen beim Gehen
  • Knieschmerzen
  • Trotz Behandlung fortbestehende Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen
  • Hüftschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressive Verstimmung
  • Generelle Haltungsprobleme
  • Verspannung morgens beim Aufstehen